Hochzeitsbräuche – Was bringt dem Brautpaar Glück?

Die deutsche Kultur des Heiratens ist geprägt von verschiedensten Bräuchen, Ritualen und Aberglauben. Diese wurden über Jahrhunderte in unsere Gesellschaft eingewebt, verändert und angepasst und letztendlich angenommen. Über hundert verschiedene Rituale sind in Deutschland bekannt und werden auch auf den modernen Hochzeiten praktiziert, die Symbolik und auch der Bezug zum Glück wird als romantisch und inspirierend empfunden. Natürlich sind die Bräuche nur alte Traditionen, die vermutlich in keiner Weise eine Auswirkung auf das Eheleben haben werden. Dennoch erhoffen sich die Verlobten ein kleines Kännchen Glück und mit malerischen Traditionen kann diese positive Sichtweise unterstützt und präsentiert werden. Ebenso gibt es auch „Verbote“ für die Hochzeit, also Handlungen oder Gegenstände, die Unglück bringen sollen. Auch daran glauben die meisten Brautpaare nicht wirklich, aber sicher ist sicher.

Eheringe

Ohne die Eheringe ist kaum eine Hochzeit vorstellbar. Schon in der Antike wurden Ringe als ein Symbol der Ehe genutzt, sie bedeuten Unendlichkeit der Liebe, Treue und Vertrauen. Im Mittelalter wurde der Ehering auch im Christentum angenommen und ist seit dem ein fester Bestandteil der religiösen Trauung.

Weiße Tauben

Eine bekannte und alte Tradition ist das Freilassen von einem weißen Taubenpaar. Eine weiße Taube symbolisiert ausschließlich positive Merkmale einer Beziehung: Treue, Liebe, Unschuld, Glück und Hoffnung sowie die weniger hochzeitliche, aber nicht weniger wichtige Bedeutung: Den Frieden. Der Ursprung von dieser Tradition ist umstritten und wird wie dem Christentum, so auch anderen Kulturen und Religionen zugesprochen.

Cent im Schuh

Nicht nur Liebe und Glück, sondern auch ein Geldsegen ist ein Wunsch der meisten Brautpaare. Dafür wird gerne der Brauch genutzt, eine alte Münze in den Schuh oder unter die Schuhsohle einzukleben. Es soll nie ausgehenden Reichtum der jungen Familie bringen. Im Original dieser Tradition spricht man von einer silbernen Münze. Die meisten Bräute kleben den Schuh unter der Schuhsohle fest um das Drücken des Cents zu vermeiden.

Reis streuen

Ebenso ein beliebter Brauch ist das Streuen von Reiskörnern nach der Trauung des Brautpaares. Diese Tradition hat ihren Ursprung im asiatischen Raum und reicht über 1000 Jahre zurück. In asiatischen Ländern wird der Reis als ein Glücksbringer angesehen und soll dem Brautpaar Glück in der Ehe und Kinder bescheren.

Perlen tragen

Auch ein Aberglaube prägt einige deutsche Hochzeiten: Perlen sollen der Braut kein Glück bringen. Jede Perle soll für eine Träne, die in der Ehe vergossen wird, stehen. Diese Annahme hat sich aus einem ganz anderen Kontext entwickelt: Früher galt jede Perle als eine Träne, da die Perlentaucher häufig beim Versuch die kostbaren Perlen aus der Tiefe zu holen ertrunken sind. Ihre Familien und Ehefrauen weinten um die Verstorbenen und dieser Hintergrund hat einen Schatten der Trauer auf die Perlen geworfen. Man wollte auf einer Hochzeit keine Trauer sehen, daher wurden keine Perlen getragen. Heute ist Perlenschmuck wieder modern, und Tränen in der Ehe können auch Freudentränen sein.

Neu, Alt, Blau, Geborgt

Dieser Brauch setzt sich ebenso in Deutschland durch, ursprünglich stammt er aber aus den USA. Der Originaltext lautet „Something old, something new, something borrowed, something blue”. Die Interpretationen der Bedeutungen sind sehr unterschiedlich. Etwas Neues soll den Anfang symbolisieren, etwas Altes die Familie, Traditionen und den Rückhalt oder aber das Ende des alten Lebens. Das Geliehene bringt Glück und symbolisiert die Geborgenheit der Familie und das Blaue ist die Farbe der Treue. Gegenstände zu diesem Sprichwort können sehr unterschiedlich sein, eine häufige Kombination ist ein neues Kleid, eine alte Münze im Schuh, ein geliehenes Schmuckstück und ein blaues Strumpfband. Hochzeitsmandeln Gastgeschenke werden immer beliebter. Mit einer Kleinigkeit wird den Gästen für ihr Kommen und die Unterstützung gedankt. Ein beliebtes traditionelles Geschenk sind die Hochzeitsmandeln. Es sind fünf Mandeln, die mit einem weißen oder rosa Zuckerüberzug ausgestattet sind und in der Hochzeitsnacht unter das Kissen gelegt werden. Das soll den Kinderwunsch erfüllen. In der Regel sind es fünf Mandeln. Die Mandeln selbst stehen für das süße und zugleich bittere Leben, die einzelnen Mandeln repräsentieren fünf Wünsche an das Brautpaar: Gesundheit, Wohlstand, Glück, Fruchtbarkeit und ein langes Leben.

Brautentführung

Die Geschichte der Brautentführung hat keinen romantischen Hintergrund, sie wird dem Recht der ersten Nacht im Mittelalter zugeschrieben. Heute ist es ein eher humorvoller Brauch: Die Braut wird von Freunden entführt und der Bräutigam muss seine Braut finden und z.B. durch eine künstlerische Darbietung auslösen. Immer mehr Brautpaare verzichten allerdings auf diesen Brauch, da sie lieber mit ihren Gästen den Tag verbringen.

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