Tiere auf der Hochzeit – Das gilt es zu beachten

Tiere gehören zu vielen Hochzeiten dazu. Der Familienhund, der die Ringe trägt, die weißen Tauben als Symbol der Liebe, eine Kutsche mit Pferden oder Schmetterlinge für ein schönes Fotoshooting – viele tausende Tiere werden jährlich in Hochzeiten eingebunden.

Mit wachsender Sensibilisierung für die Themen Tierschutz, Nachhaltigkeit und Umwelt stellen sich nun viele Paare die Frage, wie und ob Tiere in die Hochzeitsplanung eingebunden werden sollen. Letztendlich muss jedes Paar für sich entscheiden, was vertretbar ist und wann das Tierwohl gefährdet sein könnte. Schließlich sind Vierbeiner, Vögel und Insekten keine Dekoration, die man leichtfertig behandeln darf.

Das tierische Fahrzeug – Die Hochzeitskutsche

Eine Pferdekutsche ist märchenhaft, elegant und wunderschön. Wer sich im Traumkleid wie eine Prinzessin fühlen möchte, wird den Wunsch nach einer schönen Kutsche und starken, majestätischen Tieren sehr gut nachvollziehen können. Eine Hochzeitskutsche ist wirklich beliebt – für die Fahrt vom Standesamt zur Location, zur Unterhaltung der Gäste oder für ein märchenhaftes Fotoshooting. Doch wie steht es um die Tiere, die im Mittelpunkt dieser Aktion stehen?

Pferde sind von Grund auf sensible und kooperative Tiere, die aber viele Bedürfnisse haben. Damit die Kutschfahrt artgerecht und pferdefreundlich ist, müssen einige Dinge beachtet werden.

Pferdehalter auf Herz und Nieren prüfen

Im Idealfall gibt es jemanden im Freundes- und Bekanntenkreis, der eigene Pferde hat und fahren kann. So kann man sich sicher sein, dass die Tiere liebevoll behandelt und nicht ausgebeutet werden. Entscheidet man sich für einen Externen Anbieter, sollten die Tiere und der Hof im Vorfeld besucht und kritisch begutachtet werden.

Wenn Pferde jeden Tag auf Asphalt Stunden um Stunden die Kutsche ziehen müssen, kann man sich sicher sein – es handelt sich um keine artgerechte Haltung. Pferde sind einfach nicht für Innenstädte und harte Böden gemacht. Hin und wieder eine Kutsche ziehen ist kein Problem, wenn das Pferd es gewohnt ist und danach eine ausreichende Ruhepause bekommt. Wenn ihr aber das Gefühl bekommt, dass die Pferde „ausgezehrt“ werden, ist es empfehlenswert, Abstand zu nehmen und nicht zu buchen.

Auch sollte beobachtet werden, wie der Halter mit den Tieren umgeht. Das sind Anzeichen für eine artgerechte und tierfreundliche Haltung der Kutschpferde:

  • Pferde werden sanft und liebevoll behandelt
  • Die meiste Zeit verbringen Sie im Herdenverband im Freien
  • Tiere werden nicht geschlagen
  • Pferde werden nicht auf Jahrmärkten oder Weihnachtsmärkten eingesetzt
  • Es gibt einen Plan B für kranke Tiere
  • Pferde sehen entspannt und gelassen aus
  • Das Erscheinungsbild ist grundsätzlich gesund, Tier ist gut genährt (aber nicht dick!)
  • Kutsche ziehen ist nicht das tägliche Brot der Tiere

Wenn ihr kein gutes Gefühl habt, lasst es! Entscheidet euch für ein Auto, wenn kein seriöser Kutscher in der Gegend zu finden ist.

Unterhaltet euch mit dem Kutscher und stellt Fragen. Was benötigt das Pferd? Muss Wasser zur Verfügung gestellt werden? Wie lange sind die Tiere im Einsatz? Wie werden sie transportiert? Steht die Kutsche für Fotos zur Verfügung?

Füttert die Pferde nicht ungefragt!

Das eigene Pferd reiten

Wer ein eigenes Pferd hat, kennt es vermutlich gut genug, um einschätzen zu können, ob das Pferd in der gewünschten Situation geritten oder gefahren werden kann. Aber auch hier gilt: Das Tierwohl steht an erster Stelle und man sollte lieber zu viel als zu wenig Rücksicht und Vorsicht walten lassen. Auch der Schutz der Gesundheit des Brautpaares sollte bedacht werden. Kann das Pferd mit der Stresssituation umgehen?

Hochzeitshooting mit dem eigenen Pferd

Niemand möchte sich ausmalen was passiert, wenn das Pferd in der neuen Umgebung Panik bekommt und durchgeht, die Braut oder der Bräutigam vom Pferd stürzt oder das geliebte Pferd sogar sich selbst und andere in Gefahr bringt, wenn es auf die Straße läuft.

Ist man sich sicher, dass der Vierbeiner die Situation mit Bravour meistert, sollte sich trotzdem eine Vertrauensperson für das Pferd verantwortlich fühlen. Die sanften Riesen müssen zum ausgemachten Ort stressfrei gebracht und wieder zurückgefahren werden. Es ist empfehlenswert schon im Vorfeld mit der Bezugsperson das Verladen des Pferdes zu üben.

Die Liebe fliegen lassen – Hochzeitstauben

Die wunderschönen, weißen Täubchen, die das Brautpaar fliegen lässt, sind Tradition. Die Leichtigkeit und Eleganz der Vögel machen das Erlebnis besonders – nicht oft bekommt man die Möglichkeit, solche schönen Vögel in den Händen zu halten und davonfliegen zu lassen. Gerade weil Verliebte oft mit „Turteltäubchen“ verglichen werden, ist die weiße Taube ein klassisches Symbol für die Eheschließung.

Die Realität hat hier ihre Schattenseiten. Jährlich kämpft der Tierschutz, um Tauben, die nicht wieder nach Hause kommen, zu fangen und zu retten. Die Hochzeitstauben sind nicht in der Lage, in der Natur zu überleben. Viele Vögel verhungern wenige Wochen nach dem „Freilassen“ oder werden von Raubvögeln gefangen. Das weiße Gefieder und keine Erfahrung in der freien Natur machen die Täubchen zu einer leichten Beute.

Fliegen Tauben nicht einfach zurück nach Hause?

Viele Anbieter für sogenannte Hochzeitstauben nutzen das Sozialverhalten der Tiere, damit diese wieder zurückfliegen. Bei Tauben handelt es sich um monogam lebende Vögel, welche sich nie von ihrem Partner trennen. Eine schöne Metapher auch für die Hochzeit – die Eigenschaft wird aber als ein Lockmittel genutzt. Die Tauben, die bei der Hochzeit fliegen gelassen werden, sind kein Pärchen, sondern von ihren Partnern getrennt. Damit möchte der Züchter sicherstellen, dass die Taube alles dafür tun wird, ihren Partner wiederzufinden. Schaffen tun es viele trotzdem nicht.

Tipp

Lieber nicht für Tauben entscheiden. Auf diese Weisen sterben jedes Jahr tausende Tiere, die ihr Zuhause und ihre Partner niemals wiederfinden. Kein guter Start für eine Ehe!

Alternative – So wird die Luft bunt

Seifenblasen sind eine beliebte Alternative, bei der kein Tier zu Schaden kommt. Und das Gute ist – hier können die Gäste am fliegenden Vergnügen teilhaben und selber fleißig mitpusten.

Auch Luftballons sind ein optisches Highlight, vor allem, wenn sie mit LEDs beleuchtet sind und angebunden im Wind flattern. Luftballons steigen lassen war zwar auch eine lange Zeit beliebt, ist aber aufgrund der Umweltverschmutzung keine gute Idee. Daher können größere Mengen von schwebenden Ballons in verschiedenen Höhen angebracht werden, um den Luftraum schön auszufüllen. In der Nacht wird die Beleuchtung zu einem unerwarteten Highlight.

Das schöne Flattern – Schmetterlinge

Die kleinen, hübschen Insekten werden als Hochzeitsdekoration gezüchtet und anschließend vom Anbieter zur Hochzeit gebracht. Im richtigen Moment wird dann die Box geöffnet und die Schmetterlinge flattern heraus in die Freiheit.

Weißlinge sind in Deutschland heimisch

Auch das ist ein sicherlich schönes Bild, welches aus der Sicht des Tierschutzes aber keine gute Idee ist. Es ist grundsätzlich ein berechtigt kritisiertes Thema, dass Tiere ausschließlich zu Zwecken einer kurzen Unterhaltung in Massen gezüchtet werden. Während einheimische Arten noch eine kleine Chance haben, nach der Freilassung noch einige Wochen zu überleben, sind exotische Schmetterlinge gar nicht überlebensfähig.

Um zur Hochzeit zu gelangen, werden die Tiere gekühlt versendet. Dabei kommt es bei nahezu jeder Lieferung zum „Schwund“. Schmetterlinge werden während des Transports zerquetscht oder erwachen aus dem Kälteschlaf nicht. Es ist wirklich ein trauriges Bild, wenn statt freudigem Flattern in der Box tote Insekten liegen.

Wir raten dringend davon ab, Schmetterlinge als Dekoration einzusetzen. Wer trotzdem nicht auf die Tiere verzichten möchte, sollte wenigstens darauf achten, einen möglichst seriösen Züchter zu wählen. So könnt ihr ihn erkennen:

  • Nur erwachsene Schmetterlinge werden versendet
  • Selbst gezüchtet, keine Entnahme aus der Natur
  • Bietet nur heimische Arten an
  • Keine Schmetterlinge bei schlechtem Wetter oder Temperaturen unter 20 Grad
  • Versand durch professionellen Tierkuriere
  • Ausführliche Beratung und Einweisung
  • Die Lieferzeiten betragen bis zu 8 Wochen  – Keine Züchtung auf Vorrat
Gut zu wissen

In vielen Bundesländern braucht es eine Genehmigung zum Freilassen der Tiere in die Natur. Das „Aussetzen“ von Schmetterlingen ist nicht ohne weiteres erlaubt.

Alternative – Schmetterlingskanone

Das Flattern ist wirklich schön und kann nun artgerecht für Schmetterlinge nachgestellt werden. Für die Schmetterlingskanone werden einfach keine lebenden Tiere verwendet. Die Schmetterlinge aus Papier sorgen ebenso für einen tollen Effekt auf Bildern und schaden keinem Tier.

Tierisches Familienmitglied – Der Hund

Ein Hund ist natürlich keine Dekoration oder Unterhaltung, es ist für die meisten Menschen ein Familienmitglied und auf vielen Hochzeiten ein willkommener und geliebter Gast. Nicht nur das Brautpaar, sondern auch die Gäste können – sofern es keine Gründe dagegen gibt – die Hochzeit mit einem Hund bereichern.

Besonders geeignet sich dafür Hochzeiten im Freien. Hunde, die gut sozialisiert sind und auch gut mit Stresssituationen und Menschenmengen umgehen können, genießen meist die Aufmerksamkeit der Gäste und erfreuen sich am Trubel.

Hunde auf der Hochzeit brauchen viel Aufmerksamkeit

Hier ist der Blick des Halters wichtig: Wann wird es zu viel? Wann braucht der Hund eine Pause? Es muss sichergestellt werden, dass der Hund auf das Event vorbereitet ist, mit Stress umgehen kann und eine Rückzugsmöglichkeit bekommt. Verschiedenste Tipps, Tricks und Hinweise zum Thema Hund auf der Hochzeit findet ihr in unserem Artikel Die tierische Hochzeit: Nicht ohne unseren Hund.

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