Weniger Streit in der Beziehung

Weniger Streit in der Beziehung – So geht’s!

Egal, ob frisch zusammen, verliebt, verlobt, kurz vor der Hochzeit oder schon längst verheiratet: Eine Sache haben vermutlich die allermeisten Paare gemeinsam. Denn es läuft nicht immer glatt. Eine entspannte Beziehung zu führen ist eine Herausforderung und natürlich gibt es immer Konflikte. Die meisten Streitpunkte lassen sich aber vermeiden.

Streit ist nicht gesund für eine Beziehung!

Vorweg – ganz egal, was Lifestyle Magazine immer wieder suggerieren: Streit ist zwar normal, schadet aber nachweislich einer Beziehung. Dabei handelt es sich nicht um konstruktive Diskussionen, die wohl jedes Paar bei Meinungsverschiedenheiten führt. Viel mehr geht es um destruktives Streiten wegen alltäglicher Kleinigkeiten, Eifersucht, persönlicher Unzufriedenheit, wegen dritter Personen (Familienangehörige, Bekannte) oder aufgrund der Vergangenheit.

Das Beziehungsforschungsinstitut in Seattle (USA) hat gezeigt, dass Paare umso glücklicher sind und Ehen umso stabiler, je seltener sie streiten. Ebenso wurde nachgewiesen, dass angeregte Diskussionen zu beziehungsexternen Themen, wie z. B. Filme, Weltgeschehen, Politik oder den Garten vom Nachbarn eine Beziehung eher stärken, auch, wenn das Paar nicht derselben Meinung ist.

Streit in der Beziehung vermeiden – geht das?

Um eine entspannte, respektvolle Beziehung zu führen, ist es also sinnvoll, Streit zu reduzieren. Dafür sollte man erstmal wissen, warum sich Menschen streiten. Vielleicht fällt es euch gar nicht auf, was genau die Konflikte verursacht?

Laut dem Businessinsider gibt es folgende Gründe, die am häufigsten Streit auslösen.

  • Haushalt
  • Kinder
  • Handy/Social Media
  • Arbeit
  • Eifersucht
  • Zuverlässigkeit
  • Geld
  • Abhängigkeiten
  • Sex

Streit vermeiden – Eskalationsspirale unterbrechen

Der Ausdruck, dass eine Situation oder ein Streit sich hochschaukelt, kommt nicht von irgendwo her. In der Verhaltenspsychologie spricht man von einer Esklationsspirale. Jeder kennt diese Situation: Eigentlich war alles in Ordnung und man hat nur eine Kleinigkeit angemerkt und kaum zehn Minuten später fliegen die Fetzen und die Türen knallen.

Oft fragt man sich später, wie das eigentlich passieren konnte. Es war ja vermeintlich nur eine Kleinigkeit, oder etwa nicht?

Hier spielen eine solide Diskussionskultur sowie Kommunikationsfähigkeiten eine große Rolle. Was nicht persönlich gemeint war, wird schnell persönlich aufgefasst. Oder in anderen Fällen wird auch ein eigentlich unpersönlicher Sachverhalt mit einem persönlichen Vorwurf behaftet.

Ein Beispiel:

Eigentlich ist es immer nur diese Geschirrspülmaschine, die hin und wieder nicht ausgeräumt wird. Der Absender hätte die Möglichkeit, den Sachverhalt auf reiner Informationsebene anzusprechen und zu sagen, dass er sich eine ausgeräumte Maschine wünscht.

Stattdessen kommt es schnell zu einem Satz folgender Art:

“Ich habe es Dir tausendmal gesagt, aber ich bin Dir ja egal!”

Grundsätzlich können wir folgende Fakten festhalten:

  • Der Absender nimmt es als einen Angriff gegen die eigene Persönlichkeit wahr – das ist in der Regel nie vom Empfänger so gemeint
  • Der Sachverhalt wird stark aufgebauscht und auf eine persönliche und sehr emotionale Ebene gehoben
  • Es findet eine Unterstellung statt

Eigentlich können wir immer davon ausgehen, dass niemand – wirklich niemand! – sich dabei denkt, dass der Partner oder die Partnerin ihm egal ist, wenn er den Geschirrspüler nicht ausgeräumt hat. Die allermeisten Menschen denken sich Folgendes dabei:

Nichts.

Wirklich nichts.

Wer weniger Streit in der Beziehung haben möchte, sollte sich von generalisierten Vorwürfen distanzieren. Denn dabei handelt es sich häufig um den Beginn der Eskalationsspirale.

Eskalation früh unterbrechen

Nach einem Satz, der oft gar nicht böse gemeint war, aber einen Vorwurf beinhaltet, sieht sich die Gegenseite immer in der Verteidigungsposition an. In unserem Beispiel müsste sich der Partner nicht nur dafür rechtfertigen, dass er oder sie die Spülmaschine vergessen hat, sondern generell die Beziehung verteidigen.

Die Person muss eine generelle, erhebliche These widerlegen: Der Partner ist ja mit Sicherheit nicht “egal”. An dieser Stelle ist es nur verständlich, dass der Mensch sich ungerecht behandelt fühlt. Wenn es an anderen Stellen in der Beziehung gut läuft, wäre es ja auch eine unfaire Unterstellung, die man nicht auf sich sitzen lassen möchte.

Generalisierte Unterstellungen vermeiden

Egal, was Dich stört – bleibe beim Sachverhalt! Mit generalisierten Sätzen findest Du keine Lösung des Problems, verletzt aber Deinen Partner.

Lösung: Nicht emotionale Strukturen schaffen

Um sich anbahnenden Streit zu vermeiden, sollte man in der Beziehung grundsätzlich zu konfliktarmen Lösungen greifen und vor allem die Gründe verstehen. Warum bringt der Partner immer das falsche Brot aus dem Supermarkt nach Hause? Weiß er tatsächlich, welches Brot “das Richtige” ist? Oder wird von ihm erwartet, dass er es sich schon von allein merkt?

Einfache Lösungen für das Problem wären:

  • Nicht zwischen Tür und Angel, nicht beiläufig, nicht zwischen den Zeilen: Einfach konkret sagen, welches Brot man sich grundsätzlich wünscht
  • Nicht davon ausgehen, dass die Person “das schon mitbekommen sollte” – Es gilt immer, klar und deutlich kommunizieren.
  • Ein Foto vom Produkt machen und dem Partner zusenden
  • Auf die Einkaufsliste konkrete Marke aufschreiben

Dies ist nur ein Beispiel, wie man eine Eskalationsspirale im Keim ersticken kann. Statt das Gespräch mit einem Vorwurf oder Angriff zu beginnen, kann man einfach direkt eine Lösung anbieten.

Niemals absichtlich verletzen

Egal, wie wütend wir sind und egal, wie viel negative Energie rauswill: Wir dürfen unseren Partner niemals absichtlich verletzen. Was wie eine Banalität klingt, wird beim Streit sehr schnell vergessen. Deshalb sollte man immer versuchen, in der “Ich-Form” zu sprechen.

Ich-Form beim Streit richtig anwenden

Dass man in der Diskussion in der “Ich-Form” sprechen sollte, weiß man eigentlich. Dennoch wird es regelmäßig falsch umgesetzt. Mit der Ich-Form vermeiden wir, den Partner direkt anzugreifen. Daher taugen Formulierungen wie “Ich finde, Du hast es falsch gemacht.” oder “Ich fühle mich schlecht, weil Du es falsch gemacht hast.” nicht viel.

Es reicht nicht, den Satz mit “Ich” zu beginnen, damit es in der Ich-Form stattfindet. Viel mehr sollte man seinen Partner möglichst raushalten und nur von sich sprechen.

  • Gut: Ich fühle mich unwohl in der Küche, wenn sie zugestellt ist.
  • Nicht so gut: Ich finde es nicht gut, dass Du die Küche nicht aufgeräumt hast.
  • Ganz schlecht: Ich bin Dir ja so egal, dass Du nicht mal die Küche aufräumen kannst!
Ich-Form richtig anwenden!

Bremse beim Streiten ziehen

Man kann einen Streit in seinem Verlauf bzw. dem Aufbau der Eskalationsspirale unterbrechen. Wenn das Vorwurfskarusell schon angeworfen wurde, kann jeder der Partner nach einem Exit suchen. Man tut sich einen großen Gefallen, wenn man es rechtzeitig erkennt und kein neues Streitargument nachliefert.

Beispiel:

Partner 1: “Du warst wieder nicht mit dem Hund draußen, warum kümmerst Du Dich nie?”

Partner 2: “Ich habe hier die ganze Wohnung geputzt, die DU dreckig gemacht hast, da habe ich nicht auch noch Zeit für den Hund!”

Hier könnte bereits der Ausstieg stattfinden, in dem Partner 1 direkt eine Lösung anbietet – zum Beispiel, dass man jetzt erst mal gemeinsam mit dem Hund geht. Und wo man schon draußen ist, kann man auch über das Putzproblem sprechen.

Noch besser wäre es aber, wenn Partner 1 direkt sein Anliegen diplomatischer und verständnisvoller formuliert hätte. Zum Beispiel:

“Ich habe gemerkt, dass Du und Hund noch nicht draußen wart. Schaffst Du das noch oder hast Du gerade zu viel zu tun?”

Hochzeit als häufiges Streitthema

Leider ist auch die Planung des schönsten Festes ein häufiger Grund für Streit. Was die heiklen Punkte sind und wie ihr sie vermeiden könnt, erzählen wir euch jetzt.

Wen Lädt man ein?

Leider sind Gäste eines der häufigsten Themen, um die es Streit gibt. Jeder Partner bringt sein soziales Umfeld in die Beziehung mit ein und hat andere Prioritäten.

Streit entsteht oft dann, wenn man Personen einladen möchte, die einem der beiden Verlobten deutlich wichtiger sind als dem anderen. Ob Verwandtschaft, Freunde, Kollegen oder Ex-Partner: Jeder Gast, zu dem keine gleichmäßige Beziehung seitens beider Partner besteht, ist ein potenzieller Konfliktpunkt.

Daher sollte man sich im Vorfeld einig sein, wie viele Personen man ungefähr einladen möchte und wie eng der Kontakt zu den Gästen sein soll. Achtet auf ein gesundes Gleichgewicht und eine faire Verteilung.

Mehr Tipps zum Thema findet ihr in diesem Artikel.

Ex-Partner ist ein Streitthema

Kaum ein Gast ist so brisant und heikel wie der Ex-Partner. Es kann durchaus Gründe geben, seinen ehemaligen Partner einzuladen: Zum Beispiel gemeinsame Kinder oder Freundschaft. Bleibt aber sehr sensibel eurem Partner gegenüber bei diesem Thema.

Das Budget

Das Geld führt auch ohne Hochzeiten immer wieder zum Streit in vielen Beziehungen. Legt am besten schon zu Beginn der Planung ein ungefähres Budget für eure Hochzeit fest und teilt es auch gemeinsam auf – Wie viel Geld darf für welchen Posten ausgegeben werden?

Es ist extrem wichtig, die Finanzierung sehr rechtzeitig zu regeln und bei der Planung möglichst nicht auf Geldgeschenke von der Hochzeit zu spekulieren.

Eine gute Planung des Budgets verhindert Diskussionen im Laufe der Hochzeitsvorbereitungen

Unterschiedliche Prioritäten

Dem einen Partner ist der Hochzeitstanz besonders wichtig, während der andere Partner Hals über Kopf in der Planung der Tischdekoration steckt. Nicht immer herrscht Verständnis für die Verteilung der Prioritäten beim Planen der Hochzeit.

Um Streit zu vermeiden, sollte man alle relevanten Punkte durchgehen und feststellen, wem was besonders wichtig ist und gegebenenfalls entsprechende Zuständigkeiten verteilen.

Auch sollte man es nicht zu Herzen nehmen, wenn der Partner insgesamt deutlich weniger Interesse an der Planung hat als man selbst. Am besten schließt man den Verlobten oder die Verlobte trotzdem in die Entscheidungsfindung mit ein und trefft finale Entscheidungen gemeinsam.

Auszeit entspannt Gemüter

Je mehr Stress und Druck Menschen in ihrem Alltag erleben, desto häufiger neigen sie zu Konflikten.

Tipp

Findet regelmäßige, gemeinsame Auszeiten für Entspannung, Zweisamkeit und zum Tanken von Kräften. Ob ein kleiner Spa-Abend, gemeinsame Spaziergänge oder ein Tanzkurs: Erlebt tolle Sachen miteinander!

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  • kelly-sikkema-4le7k9XVYjE-unsplash: Kelly Sikkema on Unsplash