Afterwedding: Tipps einer ehemaligen Braut – Teil 1

Lange haben wir geplant, organisiert, gespart und gebastelt, die Zeit verging wie im Flug und nun liegt der große Tag hinter uns. Es war fantastisch, emotional und wunderschön und nicht umsonst nennt man die Hochzeit den besten Tag im Leben eines Paares. Das würde ich sofort unterschreiben. Jetzt, wo die Emotionen abgeflacht sind, der Alltag wieder eingekehrt ist und auch die letzten Fotos des Fotografen angekommen sind, kann ich sehr reflektiert an den Tag zurückdenken und möchte meine vielseitigen Erfahrungen in Form von Tipps mit euch teilen. Ich hätte mir gewünscht, viele Dinge vorher gewusst zu haben.

  1. Die Hochzeit ist der Mittelpunkt der Welt – für euch.

Wenn man in der Planungsphase steckt, dreht sich alles um die Hochzeit. Viele Bräute können kaum an etwas anderes denken, was teils Vorfreude, teils Verständnis, teils Ungeduld und manchmal auch den einen oder anderen Augenverdreher oder Schmunzler in der unmittelbaren sozialen Umgebung verursacht. Denn während wir bis zum Hals in einem emotionalen weißen Traum stecken, dreht sich die Erde wie gehabt. Bei vielen Bräuten kommt eine Enttäuschung hoch, wenn die Freunde oder die Familie kein großes Engagement zeigen, nicht immer drüber reden wollen, sich augenscheinlich gar nicht groß interessieren oder sich nicht „ausreichend“ mit uns freuen. Fakt ist, dass es für jeden einzelnen auf unserer Gästeliste eben nicht IHRE Hochzeit ist, somit auch nicht die Mitte der Welt. Manche Menschen können das einfach nicht nachempfinden, wie es uns geht, wie wichtig uns der Tag ist, ja, sogar sind manche vielleicht traurig, dass sie so ein Glück nicht haben, ihre Hochzeit nicht so schön war oder sie nicht die Möglichkeiten hatten, das zu erleben. Liebe Brautpaare, begegnet all diesen Menschen einfach mit Liebe und Verständnis. Niemand ist dazu verpflichtet, die erwarteten Gefühle zu entwickeln und mit Sicherheit meint es niemand böse. Wenn diese Menschen auf euren Gästeliste stehen, dann sicherlich, weil ihr sie liebt, so wie sie euch lieben. Und das ist Freude genug. Konzentriert euch lieber auf die Menschen, die auch Freude daran haben, über das Fest zu sprechen, die sich interessieren und auch emotionale Kapazitäten haben, sich mit euch zu freuen, aufgeregt zu sein, sich Bilder von Kleidern anzusehen oder die Deko auszuwählen. Im Grunde hat jeder solche Menschen in seinem Umfeld, nur ist es aber nicht immer die beste Freundin, der Bruder oder die Mama. Habt sie trotzdem lieb.

  1. Sorgt für einen hervorragenden Fotografen!

Ich hatte die standesamtliche Trauung nicht am gleichen Tag wie die Feier, das hatte behördliche Gründe und wurde relativ spontan entschieden. Für die große Feier, bei der ich auch das Brautkleid getragen habe, hatte ich eine großartige Fotografin und ich liebe jedes Bild. Beim Standesamt schaut es anders aus: Zwei liebe Freundinnen haben sich angeboten, die Trauung fotografisch zu begleiten. Beide sind leidenschaftliche Hobbyfotografen, mit Herz und Seele dabei und ich habe mich riesig gefreut, dass sie das machen. Das Resultat: Es gibt kein einziges Bild vom Standesamt, was ich mag. Nicht eins! Es gibt kein Bild, als wir die Papiere unterschrieben haben, kein Bild vom ersten Kuss oder dem Ringtausch. Stattdessen jede Menge verschwommene, unter- oder überbelichtete, verwackelte Schnappschüsse, kein einziges schönes Bild mit meinen Eltern, kein Gruppenbild. Ich war so unglaublich traurig, kann den Mädels aber auch keinen Vorwurf machen. Sie sind eben keine Profis und haben ihr Bestes gegeben. Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, hätte ich mir für zwei Stunden einen Profi dazu geholt. Es sind Momente, die nie, nie, nie wieder nachgestellt werden können und es bleibt eben nur die Erinnerung. Zum Glück war es bei der Feier anders und ich habe großartige Fotos bekommen. Ich möchte mir aber die Enttäuschung nicht ausmalen, wenn man gar keine schönen Fotos von seiner Hochzeit hat. Denkt dran: Egal wie teuer, aufwändig, wunderschön und toll organisiert die Hochzeit war – am Ende bleiben nur die Fotos und die Ringe. Der Rest ist vergänglich.

Online Fotogalerie

Eure schönsten Hochzeitsfotos könnt ihr nach der Hochzeit ganz einfach mit euren Gästen teilen, indem ihr diese in die Fotogalerie auf eurer Hochzeitshomepage von WeddyBird hochladet.

Seid allgemein sehr aufmerksam bei der Wahl des Fotografen. Schaut euch die Portfolios an und beredet alles, was euch wichtig ist. Nehmt euch den Fotografen auch auf der Hochzeit zur Seite und sagt, was er noch fotografieren soll. Holt eure Liebsten ran und macht Fotos. Auch der beste Profi kann nicht wissen, welche Menschen ihr auf den Fotos unbedingt haben möchtet. Bringt Bilder mit, die euch gefallen, scheut keine Mühe euch Gedanken zu machen und eure Vorlieben und Wünsche deutlich zu äußern. Ein professioneller Fotograf wird geduldig sein und eure Wünsche umsetzen. Wenn ihr euch nicht sicher seid, investiert etwas Geld in ein Probeshooting und bucht nur, wenn ihr wirklich zufrieden seid.

Probeshooting

Am wenigsten böse Überraschungen gibt es, wenn ihr vor eurer Hochzeit ein Probeshooting mit eurem Fotografen vereinbart. Die entstandenen Fotos könnt ihr dann auch gleich nutzen, um eure Hochzeitshomepage von WeddyBird persönlich zu gestalten.

  1. Geht entspannt in den großen Tag!

Liebe Mädels, liebe Jungs, lasst euch am Tag der Hochzeit nicht stressen. Vor allem den Ladys kann ich nur empfehlen, sich einen schön frühen Termin beim Friseur geben zu lassen. Ihr könnt keinen Zeitdruck gebrauchen, die Emotionen sind für unseren Kopf anstrengend und machen müde. Spart euch dir Kräfte für die Trauung und die Feier. Geht mit euren Trauzeugin in aller Ruhe frühstücken und bereitet möglichst alles, inkl. Tasche für das Hotel packen, Brauttasche Befüllen, Unterwäsche raus legen und Schmuck suchen am Vortag. Lasst eure Blumen von jemand anders abholen, falls es notwendig ist. Versucht alle Aufgaben, die ihr nicht persönlichen erledigen müsst, abzugeben. Und ganz wichtig: Geht am Vortag früh ins Bett, kommt richtig zur Ruhe und schlaft gut aus und macht euch nicht zu viele Sorgen. Ja, leichter gesagt als getan, aber macht es euch einfach bewusst. Es wird wunderschön!

  1. Ihr müsst rein gar nichts!

Kaum beginnt man eine Hochzeit zu planen, wird man immer wieder mit Dingen konfrontiert, „die sich eben gehören“. Manchmal scheint jeder um einen herum besser zu wissen, was man so alles tun muss. Es beginnt bei der Gästeliste und endet beim Essen, dazwischen liegen ewige Diskussionen zum Thema Location, Budget, Kleid, Polterabend, Junggesellenabschied, Traditionen und vieles mehr. Es gibt so viele Dinge, die ihr nicht müsst. Zum Beispiel jemanden einzuladen, den ihr nicht dabeihaben wollt. Nein, auch nicht den Onkel dritten Grades, auch wenn er so nett ist und sich freuen würde. Auch nicht den Partner der Freundin, wenn ihr ihn nicht dabeihaben wollt. Auch nicht das Kind der Cousine, wenn ihr aus irgendwelchen Gründen keine Kinder auf der Hochzeit haben möchtet. Natürlich kann es immer wieder zu Reibereien und Unverständnis kommen und natürlich könnt ihr jemanden einladen, um den Familienfrieden zu wahren. Aber ihr müsst nicht. Ihr müsst auch nicht kirchlich heiraten, wenn ihr nicht dahintersteht, ihr müsst keine Farbkonzepte einhalten die zu euch nicht passen, keine Musik spielen, die ihr nicht mögt und keinen Schweinebraten anbieten, wenn ihr Vegetarier seid.

  1. Spiele, Bräuche und Traditionen müssen euch gefallen!

Überlegt euch gut, ob ihr überrascht werden wollt. Dasselbe betrifft auch Hochzeitsspiele, Beiträge der Gäste und diverse Bräuche. Ihr heiratet ein einziges Mal und der Tag ist wahnsinnig kurz, im Grunde schafft ihr es kaum, mit jedem der Gäste mehr als fünf Sätze gesprochen zu haben. Seid ihr euch sicher, dass ihr die kostbaren Minuten mit einer Brautentführung verbringen wollt? Oder Zeit habt, zwanzig Minuten lang gar nicht mal so witzige Kinderfotos auf einer mit einem Beamer bestrahlten Leinwand anzusehen? Habt ihr wirklich Lust, im Brautkleid und einem schönen Anzug mit einer stumpfen Säge einen Baumstamm zu zerteilen? Wenn ja – großartig. Lasst eure Verwandten, Trauzeugen und Freunde planen, was das Zeug hält. Wenn aber nicht bittet doch eure Liebsten, so etwas zu lassen oder äußert eure Wünsche sehr präzise. Zum Beispiel könnt ihr euch 1-2 Spiele wünschen, wenn ihr überrascht werden wollt, nennt nur eure Rahmenbedingungen (z. B. nichts Peinliches, keine Fütterspiele oder Brautentführung). Ihr braucht keine Show für die Gäste zu gestalten, die meisten Hochzeiten sind voll mit Programmpunkten, es bleibt kaum Zeit, sich kennenzulernen, in Ruhe zu sprechen oder einfach nur zu tanzen. Lange sitzen und zusehen ist ermüdend, tut euch einen Gefallen und lasst die ganzen Überraschungen und Spiele nicht ausarten.

Übrigens: Wir haben zum Beispiel auf die Tradition, die Nacht vor der Hochzeit getrennt zu verbringen, gepflegt gepfiffen. Wir wollen uns nicht für die Zeit trennen. Andere Traditionen, wie z. B. das Kleid geheim zu halten, habe ich wiederum eingehalten, einfach, weil ich es schön fand. Sucht euch also einfach das raus, was euch gefällt und habt Spaß.

Hier geht es zu Teil 2.

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